2026 Korsika
Rennradtour auf Korsika, 2026
(Weitere Bilder unter: https://magentacloud.de/s/wtEYbt66MHt5b28)
Die französische Insel Korsika im westlichen Mittelmeer war in diesem Jahr das Ausflugsziel der Rennradgruppe um Altbürgermeister Lothar Müller aus Plößberg, der diese Insel schon vor 28 Jahren mit dem Rennrad erkundete und sich seitdem immer wieder sagte, auf Korsika will ich nochmal rennradfahren.
Der Startpunkt war am südlichen Ende des Lago Maggiore in Italien. Insgesamt machten sich von dort 12 Rennradfahrer auf dem Weg nach Korsika. 3 Oberpfälzer Rennradfahrer und 1 Allgäuer Rennradfahrer bewältigen die Anfahrt dorthin bereits mit ihren Rädern. Die anderen wurden mit Fahrzeugen vom Begleitteam zum Startpunkt gefahren. Insgesamt wurden an 6 Radtagen rund 860 Kilometer und gut 11.000 Höhenmeter zurückgelegt. Begleitet von 2 Fahrzeugen, die das Gepäck transportierten, für die Verpflegung und für Unvorhergesehenes sorgten oder für manchmal einen müden Radfahrer zur Verfügung standen.
Am ersten Tag radelte die Truppe rund 200 Kilometer vom Lago Maggiore nach Genua. Zunächst wurde am Fluss Ticino entlang gefahren. Weiter führte die insgesamt eher flache Etappe nach Süden von Piemont in die Lombardei und umgekehrt sowie über den sehr wasserarmen Po. Am Schluss der Etappe war jedoch der Passo della Bocchetta (772 N.N.) zu überqueren. Am Pass steht ein Denkmal für die italienische Radsportlegende Fausto Coppi. Auf dieser Etappe errang er seinen letzten Sieg.
In Genua ging es dann am nächsten Tag auf die Fähre für die knapp sechs stündige Überfahrt. Vom Zielhafen Bastia auf Korsika wurden dann per Rad noch gut 70 Kilometer bis zur Hauptstadt Corte zurückgelegt. Einige Reifenpannen und Speichenbrüche verzögerten die Fahrt.
Eine Tour mit ca. 140 Km und 2.300 Höhenmeter stand am Tag 3 auf dem Plan. Zunächst wurde nach Südosten nach Aleria, das fast am Meer liegt, auf einer breiten, aber mit geringer Verkehrsdichte, gerast. Nach 45 Kilometer lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 35 Km/h. Es führte der Weg kurz an der Küste entlang und dann ging es wieder ins Landesinnere, in wunderschöne Berggegenden. Die höchste Erhebung war der Col d’Erbajo mit 920 Meter. Schöne Kiefernwälder säumten die Tour, aber auch stinkende Hausschweinhaltungen.
Wieder in Corte zurück, kaufte sich ein wegen fortwährender Speichenbrüche entnervter Teilnehmer ein neues Rennrad. Nach mehreren Telefonaten mit seinem Händler hat er sich dazu entschlossen. Dort stand ein gut 10 Jahre altes Ghost-Rennrad. Es wurde das hintere Laufrad ausgebaut und für sein Rennrad etwas umgebaut. Der Händler in Corte, der sich das Laufrad mit den Speichenbrüchen ansah meinte nur „Shitty Construction“. Nach der Reparatur war es dann vorbei mit dieser Art von Pannen und der Teilnehmer machte einen sichtbaren rundum zufriedenen Eindruck.
Die Königsetappe folgte am nächsten Tag. Es wurde die 38 Kilometer lange Auffahrt zum Col de Vergio (1.478 Meter) hochgestrampelt. Es war eine sehr moderater Anstieg, genauso war die 33 Km lange Abfahrt in atemberaubender Natur- und Felslandschaft. Gegen Ende des Tages wurde noch der Marsolio Pass im Westen der Insel kurz vor Calvi passiert. Auch wenn dieser Pass nur eine Höhe von 443 Meter hatte, so war doch die Auffahrt von teils zweistelligen Prozentsteigungen geprägt. Gerade am Ende eines Tages mit 150 Kilometer und 2.500 Höhenmeter und mit wieder sehr hohen Temperaturen, tat dies doch etwas weh. In Calvi gab es dann einen Strandtag oder alternativ einen kurzen Radltag. Die einen fuhren eine kurze Tour, die anderen bummelten durch die Stadt, ehe sich die meisten am Nachmittag am Strand wieder fanden, wo auch dann ein gemeinsames Abendessen stattfand.
Der letzte Tag auf Korsika war von einem gewissen Zeitdruck geprägt. An der Fähre sollten wir uns um 13.30 Uhr einfinden. Die Radltour dorthin war gut 90 Kilometer lang mit rund 1.500 Höhenmeter. Alle fanden sich dann rechtzeitig auf der Fähre ein. Bei ein paar kühlen Bieren wurde dann eine anständige Schafkopfrunde gespielt.
In Genua wurde wieder übernachtet und am nächsten Tag war die Rückfahrt zum Lago Maggiore. Es war die gleiche Strecke wie bei der Hinfahrt nur halt umgekehrt und somit ein paar Höhenmeter mehr. Der Passo della Bocchetta war gleich zu Beginn der Tour hochzufahren. Bei der Anfahrt waren einige sehr steile Passagen enthalten. Nach der Überquerung des Passes wurde das Streckenprofil flach und es wurde zum Lage Maggiore zurückgerast.
Während der gesamten Tour gab es nur Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad.
Am Lago Maggiore fand dann die traditionelle Abschlussparty der Tour statt, die genauso wie alle Verpflegungsstationen während der Tour hervorragend vom Begleitteam vorbereitet wurde.
Es war eine sehr schöne Tour und es ist nicht auszuschließen, dass diese Insel zum Rennradfahren noch einmal besucht wird.
Bilder:
Col de Vergio die wohl schwerste Etappe der Tour, im Bild:
Von links stehend: Gerd Biebl, Lothar Müller, Johannes Malzer, Christian Konz , Gerhard Bauer (Festus), Hubert Beinrucker, Karl Siller, Christine Böhm, Rudi Böhm, Klaus Müller, Bernd Büsching, Gerald Krehl, Stephan Löw, Peter Rauch
Sitzend: Jana Chrunsc und Florian Helm
Passo della Bochetta:
Stehend von links: Lothar Müller, Stephan Löw, Johannes Malzer, Bernd Büsching, Peter Rauch, Klaus Müller, Christine Böhm,
sitzend von links:
Gerhard Bauer (Festus), Karl Siller, Rudi Böhm, Hubert Beinrucker, Christian Konz, Gerd Biebl, Gerald Krehl, Florian Helm und Jana Chrunsc
















